12. Alternative Behandlungsmöglichkeiten
     
Das Glaukom kann zu einer deutlichen Sehverschlechterung, ja sogar zur Erblindung führen, falls die Krankheit nicht effektiv behandelt wird. Zur Glaukombehandlung werden in der Schulmedizin wie oben erwähnt 3 Methoden (Medikamente, Laserchirurgie und konventionelle Chirurgie) angewandt, welche nachweislich den Krankheitsverlauf verlangsamen und stoppen können.
     
    Der Augenarzt wird aber oft nach anderen Methoden gefragt. Es wird von vielen alternativen Therapiemethoden behauptet, dass sie das Glaukom effektiv behandeln können. Diese Behauptungen sind aber meist nicht wissenschaftlich belegt, und bei der Beurteilung des Therapieerfolges werden auch nicht die modernen Kriterien der Augenheilkunde (Augeninnendruck, Papillenveränderungen und Gesichtsfelduntersuchung) angewandt. Wir wollen Ihnen hier nahelegen, dass Sie sich auf nachweislich erfolgversprechende Behandlungen berufen sollten, denn es geht beim Glaukom immerhin um Ihre Sehkraft!
     
    – Homöopathische Mittel zur Glaukombehandlung
    – Heidelbeer-Extrakte
    – Marihuana
    – Gute Ernährung
    – Körperliche Aktivität
    – Selbstregulationstechniken (Yoga, Autogenes Training, Biofeedback)
     
    Homöopathische Mittel zur Glaukombehandlung
    Die Homöopathie basiert auf der Theorie, dass Symptome ein Angriff des Körpers gegen die Krankheit darstellen. Wenn man nun die Symptome verstärkt, so wird behauptet, hilft man dem Patienten gegen seine Krankheit anzukämpfen. Es sind beim Glaukom keine Erfolge dieser Therapiemethode belegt worden.
     
    Heidelbeer-Extrakte
    Der Heidelbeer-Extrakt wird von gewissen Leuten als ein antioxidativ wirksames Mittel zur Augenbehandlung gehandelt, welches die Kapillarwände im Auge verstärken soll. Es soll wirksam gegen Glaukom, Katarakt und Makuladegeneration sein. Es gibt aber keine wissenschaftlichen Belege die aufzeigen, dass das Extrakt wirksam zur Glaukombehandlung oder zur Behandlung der anderen beiden Augenerkrankungen ist.
     
    Marihuana
    Marihuana kann nachweislich den Augendruck senken und zwar falls es in Tablettenform eingenommen, intravenös verabreicht oder geraucht wird. Marihuana müsste aber in hoher Dosierung und alle drei Stunden verabreicht werden, um eine genügende Augendrucksenkung zu erreichen. Diese hohe Dosierung führt aber auch zu beachtlichen Nebenwirkungen (Rausch!), welche eine derartige Therapie verunmöglichen.
     
    Gute Ernährung
    Zurzeit gibt es keine endgültigen Beweise, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Ernährung und Glaukom. Sicherlich gilt auch hier, dass eine gesunde Ernährungsweise und somit eine gesunde Lebensweise einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben kann. Gewisse Studien haben gezeigt, dass Koffein über eine kurze Zeitperiode hinweg den Augeninnendruck erhöhen kann. Auch kann es bei gewissen Patienten die Durchblutung beeinträchtigen. Deshalb empfehlen wir den Glaukom-Patienten nicht allzuviel Kaffee zu trinken. Wir wissen auch, dass gewisse Vitamine und Mineralstoffe wichtig für das Auge sind so zum Beispiel Zink, Kupfer, Selenium und die Vitamine A, C und E. Die Wirksamkeit solcher Stoffe gegen das Glaukom ist allerdings nicht belegt.
     
    Körperliche Aktivität
    Es gibt Hinweise, dass regelmässige sportliche Aktivität alleine den Augeninnendruck senken kann. Auch ist bekannt, dass Sport einen positiven Einfluss auf andere Krankheiten wie etwa die Zuckerkrankheit und den Bluthochdruck haben kann. In einer Studie, bei welcher Glaukompatienten regelmässig während drei Monaten Sport betrieben haben, hat sich gezeigt, dass der Augeninnendruck sich durchschnittlich um 20 Prozent vermindert hat. Diese Personen sind viermal in der Woche für 40 Minuten auf einem Hometrainer Rad gefahren. Nachdem diese körperlichen Aktivitäten für zwei Wochen beendet wurden, ging der Augeninnendruck wieder auf den ursprünglichen Wert zurück. Die Resultate dieser Studie gelten nicht für alle Glaukom-Formen; beim Engwinkelglaukom zum Beispiel kommt es durch körperliche Aktivität nicht zu einer Augendruck-Senkung. Somit scheint die regelmässige körperliche Aktivität einen positiven Effekt auf gewisse Glaukomformen zu haben.
     
    Selbstregulationstechniken (Yoga, Autogenes Training, Biofeedback)
    Langzeiteffekte auf die Glaukomentwicklung von wiederholten Kopfstand-Übungen, wie sie etwa bei Yoga angewendet werden, konnten nicht belegt werden. Glaukom-Patienten sollten mit solchen Übungen wegen möglicher Augeninnendruckerhöhung vorsichtig sein. Resultate von Studien, welche den Einfluss von Relaxations- und Biofeedback-Übungen auf den Augeninnendruck untersucht haben, haben erfreuliche Resultate gezeigt. Es sind aber noch weitere Untersuchungen zur endgültigen Klärung dieser Zusammenhänge notwendig.