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5. Ursache | |
| Wie entsteht ein Glaukom/Glaukomschaden? | ||
| Ein erhöhter Augeninnendruck stellt einen sehr wichtigen (aber nicht den einzigen) Risikofaktor für die Entwicklung eines Glaukoms dar (siehe «Risikofaktoren»). Wir wissen nämlich, dass es auch bei einem normalen Augeninnendruck zu einem Glaukomschaden kommen kann. Hierbei scheinen Durchblutungsstörungen im Auge eine wichtige Rolle zu spielen. Wir werden nun auf die Ursachen von Glaukomschäden im Bezug auf einen erhöhten Augeninnendruck und im Bezug auf Durchblutungsstörungen zu sprechen kommen: | ||
| Ursache im Bezug auf einen erhöhten Augeninnendruck: | ||
| Es gibt unterschiedliche Gründe, wie es zu einem erhöhten Augeninnendruck kommen kann. Der weitaus häufigste Grund für eine Drucksteigerung ist ein gestörter Abfluss des Kammerwassers. | ||
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| Im vorderen Augenabschnitt gibt es einen Raum, der Vorderkammer genannt wird. Eine durchsichtige Flüssigkeit (Kammerwasser) fliesst fortlaufend in und aus dieser Kammer und ernährt die anliegenden Gewebe. Diese Flüssigkeit wird vom Ziliarkörper produziert und fliesst zunächst in die hintere Augenkammer, von wo sie dann durch die Pupille in die Vorderkammer gelangt. Die Flüssigkeit verlässt dann die Vorderkammer am Kammerwinkel, zwischen der Hornhaut und der Iris. | ||
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| Sobald die Flüssigkeit den Kammerwinkel erreicht hat, fliesst ihr grösster Anteil durch ein schwammartiges Netzwerk (Trabekelwerk) und kommt zu einem Kanal (Schlemmscher Kanal), von wo sie über Verbindungen zu Blutgefässen aus dem Auge fliesst. | ||
| Aus ungeklärten Gründen fliesst bei der häufigsten Glaukomform, dem primären Offenwinkelglaukom, die Flüssigkeit zu langsam durch das schwammartige Netzwerk. Ob es nun an einer verminderten Aktivität der Zellen des Trabekelwerkes liegt oder ob es an einer verminderten Anzahl dieser Zellen liegt oder ob es an einer Strukturveränderung im Kammerwinkel liegt, dass nicht mehr genügend Flüssigkeit aus dem Auge fliessen kann, ist zur Zeit unklar. Klar ist aber, dass es durch diese Abfluss-Störung zu einem erhöhten Druck im Augeninnern kommt, welcher zu einem Sehnervenschaden führen kann. Leider sind bereits eingetretene Schäden am Sehnerv irreversibel oder irreparabel. Dies bedeutet, dass wir zur Zeit auch mit modernsten Mitteln nicht in der Lage sind, eine schon bestehende Schädigung des Sehnervs wieder gut zu machen. | ||
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| Nun kommen wir auf «Durchblutungsstörungen» zu sprechen. Wir nennen sie in diesem Zusammenhang «vaskuläre Dysregulation», was soviel heisst wie «Gefässfehlregulationen». | ||
| Ursache im Bezug auf Durchblutungsstörungen: | ||
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Durchblutungsstörungen (hier vaskuläre Dysregulation / Gefässfehlregulation) scheinen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines Glaukomschadens zu spielen, insbesondere beim Normaldruck-Glaukom (siehe «Galukom-Formen»). Bevor wir über die Störungen in der Regulation der Durchblutung im Auge sprechen, möchten wir zunächst die normalen Regelmechanismen der Durchblutung erläutern. |
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| Die Durchblutung ist für jedes Organ unseres Körpers lebenswichtig. Unser Körper wird andauernd von Blut durchströmt. Mit dem Blut kommen wichtige Stoffe wie Sauerstoff, Zucker, Fette und Hormone in alle Gewebe, während Abfallprodukte herausgebracht werden. | ||
| Damit das Blut ins Gewebe gepumpt wird, braucht es einen Motor: Das Herz. Wie eine Pumpe presst das Herz das Blut in die grossen Blutgefässe und baut dadurch den Blutdruck auf. Die Verteilung des Blutes auf die einzelnen Organe ist nicht konstant. Sie passt sich im Gehirn zum Beispiel dem momentanen Bedarf an. So steigt die Durchblutung im Gehirn zum Beispiel immer genau in den Zentren an, die gerade aktiv sind. Auch bei wechselnden äusseren Bedingungen wie beim Wechsel vom Liegen zum Stehen muss das Gehirn immer genügend mit Blut versorgt werden. Die Durchblutung wird demnach für einzelne Organe dem jeweiligen Bedarf angepasst. | ||
| Blutgefässe sind keine starren Röhren. Sie besitzen Muskeln, welche ihnen erlauben, bei Anspannung den Gefässdurchmesser zu verkleinern, um so weniger Blut durchströmen zu lassen, beziehungsweise bei Erschlaffung diesen zu vergrössern und mehr Blut durchzulassen. Durch diese Veränderungen wird also die durchfliessende Menge an Blut reguliert. Zusätzlich kann bei Bedarf das Herz schneller schlagen und so den Kreislauf allgemein ankurbeln. | ||
| Die Regulation der Durchblutung der einzelnen Organe ist sehr komplex und kann fehlerhaft sein wie zum Beispiel bei einem Menschen mit einem sogenannten vasospastischen Syndrom (siehe auch «Risikofaktoren»), wo es bei Kälte oder Stress zu Durchblutungsstörungen meist an den Händen und Füssen kommen kann (kalte Hände bei Stress). Bei gewissen Patienten weisen solche an sich banalen Zustände auf mögliche Störungen der Durchblutung in den Augen hin. | ||
| Beim Menschen mit einem sogenannten «vasospastischen Syndrom» kann es zeitweise zu Minderdurchblutungen von verschiedenen Organen beziehungsweise Organteilen kommen. Hierdurch kann es zum lokalen Gewebeschaden kommen. Dies scheint unter anderem am Sehnervenkopf der Fall zu sein. |